stadt.schreiben: Punkte

Vermehrt werden mitten in Worte Punkte gesetzt. Man betont nie dagewesene Mitten, legt Gravitation an ungewöhnliche Stellen und, als gäbe es unter Wortmächtigen eine natürliche Intuition für unvorhergesehene Bremsmanöver, hält das für elegant. Kein Stottern. Wollen diese Punkte an Stelle von Fensterverstrebungen treten, an die Positionen, wo sich auf älteren Fassaden zum Beispiel Rosetten befinden oder: ganze eingemeißelte Bäume, so vor Schädlingen in jedem Fall gefeit? Sehen sie sich als Spielereien für Augen, denen es bekanntlich gut tut, hier und da von Unerwartetem überrascht zu werden, die deswegen ihre Besitzer dazu bringen, sie nach Venedig zu fahren, damit sie gebremst werden im Blick? Von einem Vorsprung, einem Perspektivenwechsel. Sind diese Punkte der auf eine Minimum reduzierte Perspektivenwechsel?

(Textbeitrag: Andrea Grill)

Foto - KopieDas FLEDERHAUS von Griffner (c) Griffner"Abhängen" im FLEDERHAUS von Griffner (c) GriffnerDas FLEDERHAUS von Griffner (c) GriffnerAbhängen im FLEDERHAUS - bald in der Seestadt (c) GriffnerBau des FLEDERHAUS in aspern Seestadt (c) dadaXBau des FLEDERHAUS in aspern Seestadt (c) dadaXBau des FLEDERHAUS in aspern Seestadt (c) dadaXBau des FLEDERHAUS in aspern Seestadt (c) dadaX

Wiederseen mit dem FLEDERHAUS in aspern!

Das FLEDERHAUS ist eine fast 16 Meter hohe Freiraum-Skulptur aus Holz von GRIFFNER, dem österreichischen Spezialisten für ökologischen Holzbau, die bis Herbst letzten Jahres vor dem MQ zum Verweilen und Seele-Baumeln-Lassen einlud. In den nächsten Wochen findet das Holzbauwerk in der Seestadt ein neues Zuhause und wird – ab 26. April 2012 – inmitten der Stadtbaustelle als Symbol für Nachhaltigkeit wieder eröffnet. Interessierte BesucherInnen finden im FLEDERHAUS nicht nur Raum zum “Abhängen” + Entspannen auf Hängematten, sondern auch alle Infos zum Stadtentwicklungsprojekt aspern Die Seestadt Wiens. Weiterlesen →

Internationaler Besuch in der Seestadt (c) Wien 3420 AGInternationaler Besuch in der Seestadt (c) Wien 3420 AGInternationaler Besuch in der Seestadt (c) Wien 3420 AGInternationaler Besuch in der Seestadt (c) Wien 3420 AGInternationaler Besuch in der Seestadt (c) Wien 3420 AG

aspern goes international

Die Seestadt wird immer bekannter – auch international! Im Vorjahr besuchten über 500 internationale Gäste aus 12 verschiedenen Ländern die Seestadt, um das Projekt in einer Führung näher kennenzulernen. Vor allem Bildungs- und Forschungseinrichtungen – darunter klingende Namen wie das Massachussets Institute of Technology (MIT) und die London School of Economics (LSE) – interessierten sich für das innovative Stadtentwicklungsprojekt. Teilweise wurden auch Studienprojekte umgesetzt, die aspern Seestadt zum Thema hatten. Weiterlesen →

stadt.schreiben: Hausbesetzer

Die letzte Enteignung ­habe ich gestern Nachmittag vorgenommen. Ein greller Aufkleber, der einen Preisnachlass von 30% versprach, wanderte in einem unbeobachteten Augenblick von einer Packung beinahe abgelaufener Rahm-Karotten auf einen 400 Gramm schweren Karton Riesengarnelen, für die die Geschäftsleitung des Supermarktes einen unverschämt hohen Preis verlangt. Als Autor, der an die Zukunft denkt, lege ich Wert auf abwechslungsreiche Ernährung. Ich kann nicht nach einer bestimmten Diät leben wie die Verfasser von wöchentlichen Kolumnen oder Fortsetzungsromanen. Was den Speisezettel betrifft, darf es für mich keine Einschränkungen geben.

Ich habe auch darüber nachgedacht, ob und in welcher Form sich Ideen enteignen ließen. Mir schwebt die Inbesitznahme brach liegender Gedanken als Maßnahme gegen länger andauernde Ideenlosigkeit vor. Niemand kann es verübeln, wenn man sich toller Ideen bedient, die zwar jemand anderer ausgeheckt haben mag, der- oder diejenige sie aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht verwendet. Sei es, weil er oder sie mehr gute Einfälle hat als Veröffentlichungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, oder unnötigerweise länger daran herumgedoktert werden soll, als nach allgemeinem Ermessen verträglich. Voraussetzung ist natürlich, es gelingt, sich in den Besitz einer solchen Idee zu bringen, ohne dabei ihrem Urheber oder der Idee selbst in irgendeiner Form Schaden zuzufügen. Sodann besteht das moralische Recht, nach besten Wissen und Gewissen auszuschlachten, was man besetzt hält. Zumindest bis ein richterlicher Beschluss jedes weitere Ausschlachten untersagt. Mit etwas Glück lässt sich in der Zwischenzeit ein anderer guter Einfall auftreiben, dessen Eigentümer sich offenbar nicht allzu viel daraus machen.

(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →

PEGASUS für EinsteigerInnen

Flexibel. Offen. Unkompliziert.

Für alle InteressentInnen der Baugruppe PEGASUS besteht im Februar und März die Möglichkeit, individuelle Beratungsgespräche wahrzunehmen. Diese können sowohl telefonisch, als auch im Rahmen eines persönlichen Gesprächs stattfinden. Weiterlesen →

stadt.schreiben: Die Strasse

Am Anfang hat es mich fast wahnsinnig gemacht, immer wieder dieselbe Strasse entlang gehen zu müssen, jeden Tag drei oder viermal, hin und zurück, die Strasse zog sich endlos, ich betrachtete sie kaum mehr, dachte nur intensiv an sie und über sie nach, während ich an ihr entlang ging, hetzte, schlenderte, dass sie mich überaus langweilte, weil ich unzählige Male an ihr entlang gegangen bin, dass ich zwar ausrechnen könnte, aber keinesfalls möchte, wie oft ich noch an ihr entlang gehen werde, in diesem Jahr, im nächsten Jahr; bis ich entdecke, dass ich sie nicht mehr bemerke. Sie ist mir egal geworden. Nein, ich mag sie sogar. Ich schätze diese Strasse, die mich dorthin führt, wo meine Wohnung ist.

(Textbeitrag: Andrea Grill)