Ich denke, ich brauche hier einen Gesprächspartner. Jemanden, der von weit her kommt; mit unbestechlichen Augen, herzförmigem Gesicht. Jemand, der einen Schleier trägt. Nicht um sich zu verbergen, nein: als Sieb, das die Welt konzentriert.
Darf ich vorstellen, Herr Tyto alba. Er hat sich bereit erklärt, in dieser Runde ein kurzes Live-Interview zu geben. Tyto ist von Beruf und Wesensart Schleiereule, Hobbys: Städtebau, Philosophie.
Ich: Guten Abend.
Eule: Halten wir uns nicht lange mit Höflichkeiten auf. Obwohl ich die zu schätzen weiß.
I: Dann gleich die erste Frage, ein allgemeines Statement zur Welt?
E: Wir sind gerne da.
I: Würden Sie hier einziehen?
E: Einziehen?
I: In der Seestadt, am Ende einer noch zu bauenden unterirdischen Bahnlinie mit dem Namen einer irischen Rockband.
E: U2?
I: Sie kennen sich aus!
E: Das ist mein Fach. (breitet die Flügel aus, fächelt vorsichtig ein wenig Luft) Einer meiner Fächer.
I: Einst gab es dort einen Flugplatz.
E: Fliegen kann ich ganz gut, vor allem geräuschlos. Keine Haselmaus würde mich hören. Nicht einmal eine Ratte. Ich benötige nur ab und zu einen Baum.
I: Bäume werden beschafft. Sie würden also einziehen?
E: Ich glaube nein. Weiterlesen →
PUBLIK begleitet seit Frühling 2011 die Entwicklung von aspern Die Seestadt Wiens und stellt deren Werte und Ziele zur Diskussion. Kuratiert von content.associates kreiert das Kultur- und Kommunikationsprogramm einen öffentlichen Raum, eine Kultur des öffentlichen Dialogs und des künstlerischen Experiments am Gelände von aspern Seestadt. Als Forschungsstation für urbane Zukunft funktioniert PUBLIK das Baustellenareal zu einem Ort um, an dem Menschen ihre Utopien einer neuen Stadt austauschen und ausprobieren.
Presseunterlagen
zum Gespräch am 29. März 2012 in der Volkshalle des Wiener Rathauses:
Selten treffe ich im Stiegenhaus jemanden, selten im Flur oder unten beim Eingang, nie stoße ich an der Tür mit jemandem zusammen; ich verstehe nicht, wie das möglich ist. Dieses Haus hat drei Stiegen oder mehr, nicht einmal ich, die ich auf Stiege eins wohne, weiß, wie viele Stiegen es tatsächlich gibt, wie viele Stockwerke diese Stiegen haben. Hunderte Leute müssten in diesem Haus wohnen, den Namen auf den Postkästen nach zu schließen. Ich begegne ihnen nicht. Ich begegne immer den gleichen Menschen, als wohnten im Haus nur vier oder fünf, über alle Stiegen verteilt.
Eine Frau zum Beispiel, die im Hof die drei Topfbäume betreut; nicht, dass sie dazu beauftragt wäre, wie sie entrüstet erzählt, beauftragt ist eine Gärtnerei, die aber die Bäume in den Töpfen verkommen lässt. Am Anfang, als sie geliefert wurden, waren sie schön. Da die Gärtnerei aber nie die alten Blätter aus dem Topf entfernt, nie die von Schädlingen angefressenen Zweige abzupft, leiden die Topfbäume. Nur diese Dame kümmert sich sorgfältig um sie. Soviel habe ich bemerkt.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Dieser Bausatz beinhaltet in seiner vollzähligen Ausführung alle Elemente eines Fertigteilhauses, dessen Einzigartigkeit darin besteht, dass es, was die Technik betrifft, von jedem halbwegs geschickten Hobbyhandwerker zusammengebaut werden kann. Spezifisches Know-how wie Statik, Schweißen, Tischlern ist nicht erforderlich.
(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →
Aufbauend auf Erfahrungen des seit 15 Jahren bestehenden Wohnprojektes „Sargfabrik“ wurde das Baugruppenprojekt LiSA gegründet (ursprünglicher Arbeitsname „Orange 3“). LiSA steht für „Leben in der Seestadt Aspern“, für Wohnen und Gestalten in urbaner, gut
erreichbarer und leistbarer Lage mit hoher Lebensqualität. Weiterlesen →
Rechtzeitig zu Frühlingsbeginn präsentiert sich die Baugruppe PEGASUS in neuem Gewand und lässt schon jetzt auf der neuen Homepage Blumen blühen www.baugruppe-pegasus.at
So starten wir mit neuem Schwung in den gemeinschaftlichen Baugruppenprozess und freuen uns über weitere Interessierte! Weiterlesen →
Die Planungsmitbestimmung ist in vollem Gange – jetzt mitmachen!
Der nächste Infoabend des Wohnprojekt Seestern:
Wann? DO, 29. März 2012, 17-18h; anschließend Gruppentreffen
Wo? Schiffamtsgasse 10 / 16, 1020 Wien
U-Bahnstation, Schottenring (U4 / U2) Ausgang Herminengasse
weitere Infos:
http://www.seestern-aspern.at/
http://www.facebook.com/seestern.aspern
Angeregt vom frühlingshaften Wetter trafen sich am Wochenende die GärtnerInnen des Seestadtgarten-Projektes von PUBLIK und teilten, moderiert von Gartenpolylog die Felder des Gemeinschaftsgartens in eine “Pie chart”-Form, also eine Serie von riesigen, sich über das dafür bestimmte Feld erstreckenden Tortenstücken auf. In den ersten von Grasnaben und Unkraut befreiten Abschnitten warten bereits die ersten Samen.
Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und die Wien 3420 AG möchten Sie zu einem aspern Seestadt Citylab zum Thema „TQB monitor: Ein Werkzeug zur Qualitätssicherung für aspern Die Seestadt Wiens“ einladen. Weiterlesen →
Am Mittwoch, 21. März, am Sonntag, 15. April, und am Freitag, 20. April finden wieder Infoabende für Interessenten an der Baugruppe B.R.O.T. statt. Wenn auch Sie sich für diese neue, individuelle Form des Wohnens in der Seestadt interessieren, dann sind Sie herzlich willkommen!
Alle sind herzlich willkommen!
Informationen zur Baugruppe B.R.O.T. finden Sie auch hier!
Wie ein Denkmal für eine noch zu bauende Stadt aussehen könnte? Das Denkmal ist der menschliche Körper. Er sei die größte Attraktion dieses Wohn- und Lebensraums. Weiterlesen →
Ich stehe vor einer Fläche, unbebaut, mitten im dicht besiedelten Bezirk; ein ungefähres Rechteck, vierzig mal hundert Meter, aus rötlicher Erde wachsen die ersten Kräuter, Halme, manchmal gibt es eine graue Stelle; der Boden ist trocken, staubig, obwohl es gestern erst geregnet hat. Weiterlesen →
In der Volkshalle des Rathauses lädt der abendliche Salon an eine große Tafel und inszeniert einen Polylog zur Stadtentwicklung am Beispiel aspern Die Seestadt Wiens.
Ein kolorierter Kupferstich von Carl Schütz, zeigt Am Graben 1781. Die Häuser klar und schön im Stil der Zeit. Der Raum zwischen den Häusern von Menschen erfüllt. Darunter hie und da eine Kutsche. Doch sichtlich gehört der Platz den Menschen! Hunde streunen darüber. – Dies ist die gesunde Stadt. Eine heutige Entwicklung der Technik ist unmöglich mit den alten städtebaulichen Mitteln zu beherrschen. Le Corbusiers Ideen erscheinen mir als die einzigen, die das verlorene Gleichgewicht, wie es hier auf dem Bild von Schütz so deutlich ist, wiederherstellen könnten. Man wird selten ein Bild finden, auf dem das räumliche Element so ins Auge fällt. Das Gleichgewicht ist geradezu mit Händen zu greifen. Und die Ruhe des geistigen Lebens, die daraus resultiert. Die Geschlossenheit. Und klar wird auch, dass nur die Entwicklung der Technik der Zerstörer ist. Aber wozu haben wir denn unser Hirn, wenn wir nicht endlich dagegen ankämpfen würden … Noch vor hundert Jahren war Wien eine wunderschöne Stadt. Heute ist es ein kaum zu verdauender Anblick. Ein Chaos.
(Walter Buchebner, Tagebuch, 4. September 1957)
Aus: ich die eule von wien. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Daniela Strigl. Edition Atelier. 2011
Textbeitrag: Andrea Grill
Darüber haben sich bereits zahlreiche Architekten den Kopf zerbrochen, und sie werden es weiterhin tun. Sie sprechen aus Erfahrung, haben einiges ausprobiert und verfügen über gediegene Argumente. Ich hingegen besuche die Baustelle mit Cindy, der bernsteinfarbenen Angora-Katze meiner Nachbarin. Alle Architekten, die anwesend sind, schielen mit Argwohn aber auch unverhohlener Neugier zu mir herüber. Die Katze halte ich in meinen Armen. Ehe ich sie losschicke, flüstere ich ihr etwas ins Ohr, was sie natürlich nicht versteht. Ich mache das nur, um die Architekten vollends aus der Fassung zu bringen. Auf der Suche nach der für sie symptomatischen Souveränität tuscheln sie untereinander. Cindy nickt ihr konspiratives Katzennicken, dann macht sie sich auf den Weg, kriecht unter Fahrzeuge, schaut in Baugruben, verschwindet im Container des Arbeitertrupps, kommt angewidert wieder heraus, schmiegt ihren Körper an einen der mächtigen Betonklötze, die Kräne am Umfallen hindern. Sie begutachtet die Zelte einiger Studenten, die sich zu Studienzwecken auf der Baustelle aufhalten, und gräbt welche von den Kräutern aus, die jemand, seiner eigenen Definition zufolge, liebevoll hier gepflanzt hat. Allmählich kommt das Tier zur Ruhe. Es kehrt zu dem Betonblock zurück, umkreist ihn und legt sich genau dorthin, wo er einen Schatten auf den Erdboden wirft. Hier muss ein Gebäude errichtet werden, sage ich und mache mir eine Notiz. Die Architekten setzen eine eisige Miene auf und schütteln verbittert ihre Köpfe.
(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →