„Please sit down or be patient“ – so die ersten Worte von Erhard Busek an die Menschenschar im Saal von denen nicht allen einen Sitzplatz finden. Der Erwin Schrödinger Saal ist nicht mehr groß genug, denn jedes Jahr nimmt die Zahl der BesucherInnen zu. Heuer werden mehr als 3000 BesucherInnen erwartet, die TeilnehmerInnen der Sommerschule kommen aus 40 Nationen, die anderen TeilnehmerInnen aus 67 Nationen.
Bereits seit dem Jahr 1945, wenige Wochen nach Kriegsende, tagt das Forum Alpbach alljährlich – bis auf kurze Unterbrechungen – im gleichnamigen Bergdorf. Daher sei das Forum eine der nachhaltigsten Konferenzen, meint Busek in seiner Eröffnungsrede am Donnerstag nachmittag.
Dem heurigen Thema Gerechtigkeit wollte sich das Forum aus vielen Gründen widmen wie beispielsweise wegen der zunehmend ungleichen Einkommenssituation zwischen Arm und Reich, der fehlenden Chancengerechtigkeit oder auch dem Arabischen Frühling, so Busek. Die Rolle von Alpbach sei es immer gewesen, einen Spiegel für die gesellschaftlichen Entwicklungen in Europa anzubieten. Dabei baute man auf gemeinsame Werte, gemeinsame Verantwortlichkeit und strebte danach, Impulse für ein kritisches Denken und Hinterfragen zu geben. Am Ende seiner Rede ruft Busek die Anwesenden zum Networking auf, dies sei die große Chance hier. Und er mag Recht haben, bieten doch der charmante Ort, die vielen Lokale und nicht zuletzt das großzügig angelegte Konferenzzentrum sicherlich vielerlei Möglichkeiten für Begegnungen. Spannend klingt auch das Programm, das für aspern Die Seestadt Wiens sicherlich einige Impulse liefern wird.
Heute, Freitag, startet das Forum Alpbach mit den Gesundheitsgesprächen. Am Programm stehen Themen wie „Langzeitpflege in einer alternden Gesellschaft“, worüber Alexander Bodmann, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien und Klaus Wingenfeld (wissenschaftlicher Geschäftsführer, Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld) sprechen werden oder „Gesunde Kinder – unsere Verantwortung für die Zukunft“, ein Thema, zu dem Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit eingeladen wurde.
Insgesamt widmen sich die Gesundheitsgespräche unter dem Motto Gerechtigkeit, dem gleichberechtigten Zugang für alle zu einer optimalen Gesundheitsversorgung. Folgenden Fragen soll auf den Grund gegangen werden: Wie können wir für unsere Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Prophylaxe und eine optimale Behandlung garantieren? Welche Betreuungskonzepte brauchen wir, um die zunehmende Zahl an Menschen mit Pflegebedarf gerecht und effektiv zu versorgen? Was kann das Gesundheitssystem chronisch Kranken anbieten, deren Behandlung immer mehr Ressourcen beansprucht? Wie viel Eigenverantwortung der PatientInnen müssen wir erwarten, und welche Rechte benötigen sie?
Für die Seestadt aspern könnten einige dieser Themen wertvolle Impulse liefern. Der Arbeitskreis “Gesunde Kinder – unsere Verantwortung für die Zukunft“ wird morgen besonders unter die Lupe genommen werden. (Bettina Wanschura)


