Am Samstag, 15. Juni steht die Seestadt ganz im Zeichen des Fahrrads. Zum Ausklang der von 11. – 14. Juni 2013 in Wien stattfindenden Velo-City Conference lädt PUBLIK, das Kommunikationsprogramm von aspern Seestadt, PedalritterInnen aus aller Welt zum Fahrrad-Picknick ein. Programmhighlight ist der „ReCycle Fahrradflohmarkt“. Zudem erwartet die BesucherInnen ein Fahrrad-Beautycontest, die Foto-Choreographie „Seestädter Riesenrad“, diverse „Crazy Bikes“ sowie eine gläserne „Mi-Bike Factory“ samt Elektrofahrrad-Teststrecke.
Velo-City Fahrradpicknick – Die Fakten:
Wann: Samstag, 15. Juli 2013, 11:00 – 15:00 Uhr
Wo: aspern Seestadt – aspern Infopoint /ehemalige Rollbahn
Anreiseoptionen:
1) Velo-City Fahrrad-Sternfahrt nach aspern
Seestadt. Abfahrt von folgenden Stationen, jeweils um 10:00 Uhr: 1. Rathausplatz /
RadArena; 3. Arenbergpark; 5. Margaretenplatz, 20. Wallensteinplatz; 21. Donauinselplatz (Schulschiff)
2) Mit der U2 bis Aspernstraße (Fahrradmitnahme kostenlos), ab dort mit dem Fahrrad bis auf die Rollbahn.
Programm:
Ab 11:00 Uhr: ReCycle Fahrradflohmarkt, Crazy Bikes
Ab 11:30 Uhr: Führungen durch die Mi-Factory, Öffnung der Mi-Bike Elektrofahrrad-Teststrecke
Ab 12:30 Uhr: Start der Fahrrad-Jurierung zum „Schmucksten Rad der Seestadt“
Ab 14:00 Uhr: Fotoshooting „Seestädter Riesenrad“
Ab 14:30 Uhr: Siegerehrung „Schmuckstes Rad der Seestadt“
VELO-CITY: Fahrrad-Picknick in aspern Seestadt
Highlights: ReCycle Fahrradflohmarkt, Fahrrad-Beautycontest, Fotocollage „Seestädter
Riesenrad“, „Crazy Bikes“ und die gläserne Mi-Bike Factory samt Elektrofahrrad-
Teststrecke. Bike-Vergnügen für die ganze Familie!
Was gibt es Schöneres, als am Wochenende mit Freunden oder der Familie einen ausgedehnten Radausflug zu unternehmen? Rauf auf die Drahtesel – und zur Abwechslung mal ab in die Seestadt!
Was viele noch nicht wissen: aspern Seestadt ist aus ganz Wien gut mit dem Bike erreichbar. Das Gros der Strecken verläuft auf gesicherten Radwegen und zum Teil durch reizvolle Landschaften, seien es die Donauinsel, die Lobau oder die Gemüsegärten der Donaustadt.
Eine gute Gelegenheit, sich davon zu überzeugen und mit Gleichgesinnten einen Tag im Zeichen des Fahrrads zu verbringen, bietet das Velo-City Fahrrad-Picknick in aspern Seestadt, am Samstag, 15. Juni 2013, von 11:00 bis 15:00 Uhr. Bereits um 10:00 Uhr fällt der Startschuss für die Sternfahrt in die Seestadt an unterschiedlichen Orten in Wien: Rathausplatz, Arenbergpark, Margaretenplatz, Wallensteinplatz,
Donauinselplatz. Info: http://www.fahrradwien.at/events/eventanmeldung/?mc_id=mc_2013-06-15_317.
Wer es gemütlicher mag, fährt mit der U2 bis Aspernstraße (Fahrradmitnahme kostenlos) und von dort in wenigen Minuten mit dem eigenen Rad oder einem aspern ReCycle in die Seestadt. Die Entlehnung der ReCycles ist gratis, Hotline: 01 – 33 66 00 99.
ReCycle Fahrradflohmarkt
Ein großer Programmpunkt des Fahrrad-Picknicks ist sicherlich der Fahrradflohmarkt, initiiert von ReCycle, der Fahrrad-Wiederverwertungsinitiative von aspern Seestadt. Der Flohmarkt lädt alle Menschen ein, Räder und Zubehör nach Herzenslust zu verkaufen, zu kaufen oder zu tauschen – egal ob gebraucht oder neu.
Das ReCycle Team steht für kleinere Reparaturen vor Ort zur Verfügung. Fahrradmechaniker Christoph Malleck und Jugendliche des Beschäftigungsprojekts „greenlab“ nehmen nicht mehr benötigte Fahrräder, die beim Flohmarkt keine Abnehmer finden, gerne entgegen. Sie fertigen daraus StVOtaugliche City-Bikes. Mit ihnen lässt sich die Distanz zwischen der derzeitigen U2-Endstation Aspernstraße und dem Areal von aspern Seestadt emissionsfrei und gesundheitsfördernd überwinden sowie eine der größten Baustellen Europas erkunden.
Das schmuckste Rad der Seestadt
Beim Fahrrad-Picknick sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Frei nach dem Motto „Seestadt – blühende Radstadt“ werden besonders blumig geschmückte Bikes prämiert. Für alle, die ihre Drahtesel vor Ort aufbrezeln wollen, steht ein Ornament-Fundus zur Selbstbedienung bereit. Die Wahl des schmucksten Seestadt-Rads trifft das anwesende Publikum basierend auf einer Vorauswahl durch eine Fachjury. Der/die BesitzerIn des ausgezeichneten Bikes darf sich über ein Seestadt-Freizeitpaket freuen.
Foto-Choreographie „Seestädter Riesenrad“
Um 14:00 Uhr treten Biker & Bikes zum großen Fotoshooting an und posieren choreographisch als „Seestädter Riesenrad“: eine soziale Skulptur rund um das „Flederhaus“, von dessen Dach die Aufnahmen geschossen werden.
Weitere Programmpunkte
Im Rahmen des Fahrrad-Picknicks dürfen sich besonders Kinder und Junggebliebene auf die Crazy Bikes freuen, deren verrückte Konstruktionen den LenkerInnen ein gerüttelt Maß an Geschicklichkeit abverlangen. Die gläserne Mi-Factory des Research Tub an der TU Wien präsentiert österreichische EMobility-Forschung erstmals in aspern Seestadt. Auf einer Teststrecke können die BesucherInnen das Demonstrator-Elektrofahrrad Mi-Bike ausprobieren. Musik, Speis & Trank (sponsored by SPAR) runden das Fahrrad-Picknick ab.
BOING
Das österreichische Oberton-Gathering
WANN: Samstag, 1. und Sonntag, 2. Juni 2013 in aspern Seestadt
jeweils: 09:00 Uhr – open end
WO: Rollbahn, FABRIK PUBLIK | aspern Seestadt
BOING findet bei jeder Witterung – in warmen & regensicheren Innenräumen statt!
Maultrommel, Didgeridoo, Beatboxing, Ober- und Untertongesang bestimmen am ersten Juniwochenende den Sound in aspern Seestadt. Internationale und einheimische Profis der rhythmischen Stimmband-Künste treffen einander im Rahmen von PUBLIK, dem Kommunikationsprogramm von aspern Seestadt, zum Erfahrungsaustausch und zum gemeinsamen Jammen. Ihr Wissen und Können vermitteln sie in Workshops über Sing-, Spiel- und Sprechtechniken an AnfängerInnen und Fortgeschrittene. Abendliche Open Stages führen dem Publikum bei freiem Eintritt das breite musikalische Spektrum der Obertonmusik vor Ohren. Orte des Geschehens sind die FABRIK PUBLIK und einige Nebengebäude in aspern Seestadt. Die Organisation von BOING liegt in den Händen des Vereins KreativKultur.
Weitere Infos: www.facebook.com/aspern.DieSeestadtWiens
ÜBER BOING
Heimische und internationale Stars der Obertonmusik geben sich am ersten Juniwochenende ein Stelldichein in aspern Seestadt. Im Rahmen des Kommunikationsprogramms PUBLIK, tauschen sie ihre musikalischen Erfahrungen aus und geben sie in Workshops an aufstrebende Didgeridoo-Artists, MaultrommlerInnen, BeatboxerInnen, Ober- und UntertonsängerInnen weiter. In abendlichen Open Stages demonstrieren sie ein Kaleidoskop unterschiedlichster Klangfarben, Spiel- und Singtechniken. Sie bezeugen die Vitalität musikalischer Formen, die bis in Urzeiten der menschlichen Entwicklung zurückreicht, deren Gegenwart aber auf Bühnen, Festivals und in Clubs blüht – sowohl in der Gesellschaft elektronisch generierter bzw. gemixter Tanzmusik, als auch im Kontext von Weltmusik und kompositorischen Ansätzen. Für das Publikum gilt: Ohren öffnen, staunen – und tanzen! Für die obertonreiche Musik dazu sorgen:
Ansgar-M. Stein (A). Der Mann mit den ätherischen, ultraleichten Glasfaser-Didgeridoos, ist Musiker, Visualist und Forscher in einem. Sein vielseitiger Hybridstil verschmilzt modernes westliches Spiel mit traditionellen Einflüssen. Ansgar ist bekannt für seine humorvolle, leidenschaftliche Art und seinen konsequent analytischen Zugang. In seinen Workshops konzentriert er sich besonders auf das Potential physiologischer und phonetischer Aspekte des Didgeridoos als Leit-Instrument.
Áron Szilágyi (HU) lernte als Sohn des weltweit bekannten Maultrommelmachers Zoltán Szilágyi bereits mit drei Jahren das Maultrommelspiel. Er studierte bei den größten zeitgenössischen und traditionellen Meistern der Kunst und hat einen einzigartigen Stil entwickelt. verbindet verschiedene traditionelle Techniken mit modernen elektro-artigen Sounds. Seine dynamischen Performances führen sein Publikum von staunendem Schweigen über lautstarke Begeisterung bis hin zum ungehemmten Tanzen.
Bernhard Mikuskovics (A) beschäftigt sich mit Obertongesang und Obertoninstrumenten seit über 20 Jahren. Er erlernte Techniken des Obertongesanges und die Spielweisen verschiedener Obertoninstrumente aus unterschiedlichen Kulturen sowohl auf ausgedehnten Reisen, autodidaktisch im Selbststudium, als auch durch den Unterricht von Kollegen und durch die Hilfe und Tipps befreundeter Musiker. Im Bereich der Obertonmusik arbeitet er als freier Seminarleiter, Kunstmusiker und Produzent.
Bernhard Hanreich (A) ist vor über zwanzig Jahren das erste Mal mit dem Phänomen der Obertöne in Berührung gekommen und seitdem mit dieser Musik (Didgeridoo, Maultrommel, Ober- und Untertongesang,…) verbunden. „Die Möglichkeit mit der eigenen Stimme auf zwei Ebenen gleichzeitig singen und dies musikalisch nutzen zu können, fasziniert mich und treibt mich immer wieder dazu, neue Techniken zu erlernen. Das ist wie eine Expedition in eine unbekannte Welt im eigenen Körper.“
Döme (HU) ist zweifacher ungarischer Beatbox-Meister und gewann im Jahr 2010 den zweiten Platz beim weltweiten Beatbox-Wettbewerb „Emperor Of The Mic 2010“. Seine beeindruckenden Beatbox-Fähigkeiten versetzen weltweit Zuschauer in Staunen und machten ihn in der Szene bekannt. Döme hat sich auf elektronisch klingende Sounds spezialisiert und ist Teil der Organic-Trance-Band „AIRtist“.
Markus Meurer (A) begann mit dem Didgeridoospielen vor ca. 17 Jahren. Seither performte und unterrichtete er das Didgeridoo mit verschiedenen Projekten in beinahe ganz Europa, Israel, Indien und Australien. 2004 lebte und arbeitete er in Yirrkala, Nord-Ost Arnhemland, in Australien. Dort lernte er von Meistern des Yidaki (Didgeridoo) traditionelle Spieltechniken. 2007 gründete er die Band AIRtist, bei der er seither das Didgeridoo spielt.
Wolf Janscha (A) studierte klassische Gitarre und lernte seit 1993 ethnische Instrumente unterschiedlichster Kulturen kennen: Das Didgeridoo, Percussions aus Europa, Indien und dem Orient und Oud. Wolf Janscha spezialisierte sich auf die Maultrommel, die er seit 1996 autodidaktisch erlernt, und wird sowohl national als auch international als Experte und Virtuose dieses Instrumentes geschätzt. Sein eigener Maultrommelstil ist vom Einsatz motivischer Obertonmelodik, starker rhythmischer und klanglicher Verarbeitung der Themen, sowie einem generell präzisen kompositorischen Ansatzes geprägt.
Zalem Delarbre (F) ist derzeit einer der angesagtesten Didgeridoo-Spieler der internationalen Szene. Er verbindet Techniken des Beatboxings mit traditionellen Didgeridoo-Techniken und kreiert so ganz neue Klangwelten. Auch der Einsatz von FX- und Looping Systemen führt zu innovativen Sounds. Zalem begann 2001 mit dem Didgeridoo-Spielen und lebt seit 2007 als professioneller Künstler. Er spielt(e) in Weltmusik-Bands wie JMPZ, Wadhom, Tribal dance, Vibration Visuelle und Milanga.
ÜBER KreativKultur
KreativKultur ist eine gemeinnützige Kulturinitiative, die 2010 von Elena Kreusch und Tomas Kole in Wien gegründet wurde. Ihr Ziel: alternative darstellende Künste in Wien und Österreich zu stärken. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf interkulturellem und interdisziplinärem künstlerischem Austausch. KreativKultur fungiert als Plattform, die KünstlerInnen verschiedener Disziplinen, Herkunft und Visionen vernetzt und ihnen die Möglichkeit zum Austausch und zur Kooperation im Rahmen gemeinsamer Projekte und Produktionen bietet.
KreativKultur organisiert kulturelle Veranstaltungen in Kooperation mit Partnern im In- und Ausland, veranstaltet Kurse, Workshops und Auftritte für Schulen, Firmen und Privatpersonen und erstellt Informationsmaterial im Bereich der darstellenden Künste. Die Hauptprojekte des Vereins sind derzeit:
SummerFlame, das Festival der circensischen Künste
BOING, das internationale Get-together der Oberton-Musik
Information: www.kreativkultur.org
Kontakt : Elena Kreusch: +43-(0)676-3134793, ena@kreativkultur.org, Tomas Kole: +43-(0)6763134392, tom@kreativkultur.org
Über PUBLIK
PUBLIK ist das Kommunikationsprogramm von aspern Die Seestadt Wiens. Inmitten von Österreichs größter Stadtbaustelle, wo bis 2030 mehr als 20.000 Menschen leben und arbeiten werden, schafft PUBLIK einen temporären öffentlichen Ort der Begegnung und des Experiments. Im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsformate fordert PUBLIK zur aktiven Auseinandersetzung mit der zukünftigen Seestadt und den ihr zugrunde liegenden Werten auf. PUBLIK trägt zu einem dialogorientierten Stadtwerdungsprozess bei und fördert die aktive Beteiligung der BürgerInnen und Bürger.
„PUBLIK schafft einen Möglichkeitsraum, in dem die kulturelle Infrastruktur der künftigen Seestadt vorweggenommen und schon jetzt erprobt wird. BOING aktiviert mit Workshops und Performances international renommierter Obertonkünstlerinnen und -künstler eine spezifisch interessierte Szene, die in der kulturpolitischen Wahrnehmung bisher unterrepräsentiert war, erläutert Katharina Salzgeber, Programmverantwortliche für PUBLIK.
Kontakt & Information: PUBLIK@aspern-seestadt.at | PUBLIK.aspern-seestadt.at
Impressum
PUBLIK ist das Kommunikationsprogramm von aspern Die Seestadt Wiens. MHV: Wien 3420 Aspern Development AG. F.d.I.v.: Katharina Salzgeber. Adresse: Seestadtstraße 27/13, 1220 Wien.
Projektpartner BOING: KreativKultur (Elena Kreusch, Tomas Kole). Organisation PUBLIK & Kommunikation Wien 3420 AG: Katharina Salzgeber. Public Relations PUBLIK: die jungs kommunikation.
Am Mittwoch, 1. Mai 2013, trafen sich Aktivistinnen aller Wiener Community-Gärten zum 1. Wiener Gemeinschaftsgartensalon. Neben regem Gedankenaustausch standen auch eine Wildkräuterführung am Areal von aspern Seestadt sowie ein Vortrag der Wiener Stadtimker am Programm.
Auf einem der Fotos seht ihr eine original wild gewachsene Seestadt-Pastinake!
(C) für alle Bilder: Yara Dominguez, Gartenpolylog
1. Wiener Gemeinschaftsgartensalon
(Netzwerktreffen der Wiener Gemeinschaftsgärten)
Mittwoch, 1. Mai 2013, 09:30 – 16:00 Uhr
aspern Die Seestadt Wiens
Anreise
Wie wollen wir uns vernetzen? Wie können wir uns vernetzen? Was soll das Netzwerk können und tun? Wer ist überhaupt das Netzwerk? Wollen wir gemeinsame Strategien entwickeln?…
Gartenpolylog öffnet einen Raum, in dem solche und viele andere Fragen nach der Vernetzung und der Zukunft der Wiener Gemeinschaftsgärten diskutiert werden können.
Der Vormittag ist speziell an InitiatorInnen, OrganisatorInnen und BegleiterInnen von Gemeinschaftsgärten gerichtet, aber auch GärtnerInnen der Gemeinschaftsgärten sind herzlich willkommen. Wir wollen – auch im Hinblick auf die österreichweite Netzwerktagung im September – Ideen und Bedürfnisse des Wiener Netzwerks aufspüren und verorten, gemeinsame Potentiale entdecken und Zukunftspläne schmieden.
Am Nachmittag wird sich Karoline Grün mit allen Interessierten auf eine Wildkräuterwanderung durch die nähere Umgebung begeben.
Weiteres Highlight: Vortrag der Stadtimker über die Bienenhaltung in der Stadt.
Zum Mittagspicknick im Garten in aspern Seestadt bitten wir alle, selbst etwas mitzubringen.
Das Künstlerpaar Jeanine Ebnöther-Trott (www.jeanine.ch | http://www.jeanine.ch) und Caleb Trott präsentieren heute in der FABRIK PUBLIK (indoor) ihr neues Projekt “The GlasShow”. Ebnöther-Trott balanciert auf Glasflaschen und bringt Glaskugeln mittels Objektmanipulationen zum Schweben. Caleb Trott lotet die klanglichen Aspekte des Materials Glas aus. Nach ihrer Performance wird es eine Feedbackrunde geben, in der das Publikum ihre Ideen einbringen und den Abend in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam mit den KünstlerInnen ausklingen lassen können – für Getränke und Snacks gegen freie Spende ist gesorgt.
Beginn/ Anfahrt:
Showing: Samstag 20. April 2013, 19:00 Uhr
Ort: Rollbahn, FABRIK PUBLIK | aspern Seestadt
Kostenlose Bus-Shuttle fahren von der Endstation Aspernstrasse U2 direkt aufs
Baustellengelände in der Seestadt:
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite bei der 26A Haltestelle, die
Shuttlebusse sind Weiss mit grünem Aspernlogo, also nicht zu übersehen:
Hinweg: 17.30, 18.00 und 18.30
Rückweg: 20.15 und 20.45
Eintritt Frei!
WICHTIGER HINWEIS: Die FABRIK PUBLIK ist wetterfest, das Publikum wird es warm haben!
Weitere Infos zur Veranstaltung: http://blog.aspern-seestadt.at/?p=6493 | https://www.facebook.com/events/624622254218373/
Ps.: Heute ist übrigens WORLD CIRCUS DAY (WCD), welcher auf der ganzen Welt zelebriert wird. Selbst als Clown verkleiden oder mit den Kindern einen Circus besuchen, alle sind eingeladen das 4. Jubliäum des WCDs zu feiern – Kindheitserinnerungen inkludiert!
Bei den Bauarbeiten für die große Bibliothek, eine Filiale der Nationalbibliothek, in der vor allem digitale Werke aufbewahrt werden, wurde das Fragment einer Komposition entdeckt. Es handelt sich um ein Stück Handschrift auf Papier, vermutlich die Rückseite eines Kuverts, das aufgerollt in einer metallenen Dose vergraben war, allem Anschein nach das Werk eines zeitgenössischen Komponisten, womöglich eines Autodidakten. Die Notation wirkt etwas unsicher, jedenfalls unüblich. Wer das Stück geschrieben hat, konnte nie ermittelt werden. Fest steht, dass es höchstens zehn Jahre vor Baubeginn vergraben wurde. Das Ensemble der Stadtpfarrkirche führt in der Thomasnacht alljährlich eine Chorfassung auf. Der Leiter, seines Zeichens Direktor der Musikschule-Seestadt, betont, es sei von außergewöhnlicher Musikalität, und eben weil aus dem Grund und Boden der Seestadt zu Tage gekommen, von großem Potential zur Erhöhung des Gemeinschaftssinns ihrer Bewohner. Das Papier, samt Originalbehälter, ist im kleinen (aber feinen) Stadtmuseum zu besichtigen.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
In einem Anfall von Mitgefühl befreie ich eine Topfpflanze aus ihrem tönernen Gefängnis. Ich habe beschlossen, sie der Freiheit zu überantworten, stecke sie in einen Nylonsack und mache mich auf die Suche nach einer Grünfläche, der ihr zukünftig als Lebensraum dienen soll. Wo ich wohne, ist das gar nicht so einfach. Als ich ein winziges, von rechteckigen Steinen gesäumtes Fleckchen Erde finde und darauf zusteuere, kommt mir ein hässlicher, kleiner Hund zuvor und pinkelt an den einzigen Strauch, der aus dem Erdreich ragt. Mir dreht sich der Magen um. Ich verstehe nicht, warum der Hund nicht angeleint ist, aber das ist er ohnehin, warum er keinen Beißkorb trägt – er trägt einen, ich habe ihn irrtümlich für seine Schnauze gehalten – und schließlich, warum er nicht vor einer Supermarktfiliale angebunden ist und jeden, der durch die elektrisch gesteuerte Tür kommt, erwartungsvoll anblickt, wie sich das für einen Hund in der Großstadt gehört. Auch bei der nächsten Grünfläche habe ich kein Glück.
(Textbeitrag: Hanno Millesi)
Wer hier überwintern wird? Falls das Klima wärmer wird, der See angenehme zweiunddreißig Grad im Schatten erreicht? Wenn es Kühen erlaubt ist, am Seeufer zu grasen, matschige Wiesen etwas sind, auf das eine Gemeinde stolz ist? Ob das Wasser im Winter dennoch zufriert? Ob Rehe in die Gärten springen werden, sogar im Sommer, die Rosen anknabbern, wie Tradition? Ob es neben den Hundemeuten Platz geben wird, für scheue zarte Tiere? Ob da fünfhundert Jahre alte Häuser stehen werden? Ich bin so neugierig.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Was denkt ein Hund über mich? (Gehen wir einmal davon aus, dass ein Hund in gewisser Weise „denkt“.) Der Hund liegt auf dem Teppich. Ich sitze am Schreibtisch. Der Hund schläft, aber er schläft auch nicht. Der Hund blinzelt ab und zu, schaut, was ich tue. Er ist ruhig, weil er mich in Sicherheit weiß. Käme ein Fremder in den Raum, würde er mich verteidigen. Der Hund sieht, dass ich seit einer Zeitspanne, von der ich nicht weiß, wie lange sie ihm erscheint, für mich sind es Stunden, auf ein Ding starre, es ab und zu berühre, weiterstarre. Für den Hund stellt sich die Frage, die mir Journalisten am liebsten stellen, nicht. Für den Hund ist ein Dichter und ein Wissenschaftler genau dasselbe. Der Hund legt mir einen toten Spatzen auf den Teppich und erwartet, dass ich mich freue. Der Hund hat sich, weil er mich von klein auf kennt, daran gewöhnt, dass ich meine Nase nicht in die schmutzige Erde unter Büsche am Straßenrand stecke. Weil er weiß, dass ich jemand aus seiner sozialen Umgebung bin, der so etwas nicht tut. Er versucht nicht, mich dazu zu überreden, dasselbe zu tun.
P.S.: Manchen Theorien zufolge wurden Hunde anfangs gar nicht als Helfer bei der Jagd oder als Sozialpartner domestiziert und gezüchtet, sondern als Nahrungsquelle. Die Tatsache, dass man in Asien bis heute Hunde isst, wird als Argument für diese Theorie angeführt.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
„Nehmen wir ein auffälliges Beispiel: die Haustiere. Sie werden nicht deshalb so genannt, weil sie im Haus vorkommen, sondern weil sie zum Haus gehören, d.h. für das Haus in gewisser Weise dienen. Aber sie gehören nicht so zum Haus, wie das Dach zum Haus gehört, sofern es das Haus gegen Unwetter schützt. Haustiere werden von uns im Haus gehalten, sie „leben“ mit uns. Aber wir leben nicht mit ihnen, wenn Leben besagt: Sein in der Weise des Tieres. Gleichwohl sind wir mit ihnen. Dieses Mitsein ist aber auch kein Mitexistieren, sofern ein Hund nicht existiert, sondern nur lebt. Dieses Mitsein mit den Tieren ist so, dass wir die Tiere in unserer Welt sich bewegen lassen. Wir sagen: Der Hund liegt unter dem Tisch, er springt die Treppe hinauf. Aber der Hund – verhält er sich zu einem Tisch als Tisch, zur Treppe als Treppe? Und doch geht er mit uns die Treppe hinauf. Er frisst mit uns – nein, wir fressen nicht. Er isst mit uns – nein, er isst nicht. Und doch mit uns! Ein Mitgehen, eine Versetztheit – und doch nicht.”
Aus: Heidegger, Martin. Die Grundbegriffe der Metaphysik: Welt, Endlichkeit, Einsamkeit. Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main. 1983, S. 308
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Als ich die Augen wieder aufmache, entdecke ich einen Schillerfalter auf meinem Fensterbrett. Er scheint sich zu überlegen, ob er hereinkommen oder weiterfliegen soll. Immerhin stand das Fenster offen, es spricht also nichts dagegen, sich anzuschauen, wie die Menschen so leben.
(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →
Die Westbahnstrasse ist mir am liebsten. Wo das Licht von weither kommt, aus Sydney oder L.A. Im „Podium“ könnte man essen wie dort. In einer Schneiderei kürzt man Hosen. Die Schneiderin trägt immer einen Hut. Einfach. Ein blumiges Kleid. Um den Hals ein Maßband, gelb; in der Hand die Schere. Wir wollen Sie nicht stören, sagt einer der zwei rauchenden Herrn am kleinen Tisch im Laden. Sie drehen die Hüte zwischen den Knien, plaudern unverständlich. Die Strasse ziert sich an funkelnden Schienen dahin, zieht sich zurück in die fünfziger Jahre. Der Bahnhof ist am Ende links. Eine große Baustelle, und geschwind bin ich aus den Fünfzigern am Schalter zurück. Wann der stattfindet, muss ich noch überlegen.
Vor mir in der Reihe wartet ein Herr mit einer Pfauenfeder am Hut. Sofia, sagt er zum Angestellten. Sofia? Ja, sagt der Angestellte. Das dauert zwei Tage. Wann, fragt der Herr. Wann? In der Früh und am Abend. Um neun Uhr zweiundfünfzig und kurz vor acht. Wann, fragt der Herr, wann? Wann Sie ankommen. Nun, zwei Tage später. Es dauert zwei Tage. Der Herr mit der Pfauenfeder hält einen vielfach gefalteten Zettel in der Hand, den Fahrplan. Er betrachtet den Zettel betrachtet den Angestellten. Wann, fragt er. Wann? Das Hemd spannt über seinem Bauch. Er schwitzt. Es ist der heißeste Sonntag seit sechsundzwanzig Jahren. Der Mann hat ein rundes Gesicht, die Haut braun, faltig vom Reden. Sein Gepäck ist ein Plastiksack mit undefinierbarer Schrift. Er spricht kaum eine Sprache, die der Angestellte am Schalter versteht; versucht sich unermüdlich auf deutsch. Nickt versuchsweise. Um seine spitzen staubigen Schuhe bilden sich langsam Gruben im Boden der Bahnhofshalle. Die Reihe hinter ihm ist kurz. Nur ich. Ich kann gut warten. Hinter dem Schalter wird die Auskunft wiederholt. Die zwei Tage machen uns beide stutzig, den Mann und mich. Er nickt ergeben, tritt zur Seite, verlässt die Halle. Ich spreche ihn an. Haben Sie es verstanden?, frage ich. Sofia!, sagt er. In der Früh? Er hält mir den Fahrplan hin. Es stimmt. Neun Uhr zweiundfünfzig. Neunzehn Uhr achtundvierzig. Das zweite direkt, ohne Umsteigen. Es ist ungefähr halb sechs. Ungläubig schaut er mich an. Seine Sorge ist die Ankunft. Etwa einundzwanzig Stunden später. Am nächsten Tag. Nächster Tag? Mehrfach besprechen wir die Abfahrtszeiten. In der Früh. Am Abend. Ich verstehe. Er will heute wegfahren und heute noch ankommen. Unmöglich, deute ich ihm. Ob er mich versteht? Die Pfauenfeder wippt. Er bedankt sich. In der Früh ist besser, sagt er. Heute nur mehr abends, um kurz vor acht, erläutere ich. Er blickt mich traurig an, nickt dankend. Geht hinaus.
Später, als ich den Bahnhof verlasse, sehe ich ihn am Rand eines Blumenbeets sitzen. Er raucht. Die Zipfel des Sakkos liegen in der Erde. Der Plastiksack steht gegen den Beton gelehnt. Rauchend blickt er vor sich hin. Die Asche schnippt er auf den Asphalt.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
What’s he building in there?
What the hell is he building in there?
He has suscriptions to those magazines …
He never waves when he goes by …
He’s hiding something from the rest of us …
He’s all to himself …
I think I know why …
(What’s He Building? zitiert von Hanno Millesi) Weiterlesen →
Ich sehne mich nach jemandem, der die Wände besitzt, in denen ich wohne. Vermisse die Möglichkeit, diesen anzurufen, um ihn zu loben für die hohe Qualität der elektrischen Leitungen, für die hervorragende Renovierung der Flügeltüren aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, für den großartig sanierten Parkettboden, in den ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Glatt genug, um den nackten Füßen einen angenehmen Untergrund zu bieten, rau genug, um mir vorzumachen, ich lebte in einem organischen Objekt.
Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in Innenräumen, großzügigen Schachteln, errichtet aus Ziegelmauern, Beton, Holz, mit ziemlich geraden Wänden, traditionell weiß, angenehm geräumig. Es wäre mir ein Anliegen, zu wissen, wer meine spezielle Schachtel besitzt, wem ich monatlich eine ordentliche Summe Geld überweise, es wäre mir eine Genugtuung, seine Telefonnummer zur Verfügung zu haben, ihn anrufen zu können, ihm dafür danken zu können, dass er fürsorglich die entsprechende Firma beauftragt hat, mein Bad mit einer schimmelwehrenden Farbe zu streichen, dass meine Fenster so gut schließen, dass ich, wenn sie geschlossen sind, wirklich gar nichts von dem höre, was auf der Strasse vor sich geht. Dass er sich an die landesüblichen Gesetze hält und die Miete nur dem Verbraucherpreisindex anpasst. Dass ich einen unbefristeten Vertrag habe.
Ich lerne wechselnde Hausverwaltungen kennen, sie schlendern plaudernd durch meine Räume, fotografieren Risse. Ich bitte sie um die Telefonnummer des Hausbesitzers. Sie würden sie mir niemals geben. Völlig unmöglich. Sie seien meine Ansprechpartner. Sie ändern sich alle paar Monate. Kein Problem. Sie seien meine Ansprechpartner.
Bitte, ich möchte ihn nur loben!
Es ist unmöglich.
Ich habe einen unbefristeten Vertrag mit einem unbekannten Subjekt.
Mir fällt eine Lösung ein, wie ich allen Widerständen zum Trotz, den Hausbesitzer kennenlernen könnte. Ich werde meine vier Wände käuflich erwerben. Ich frage bei der Verwaltung an, wie, bitte, kann ich den Hausbesitzer kontaktieren, ich möchte meine Behausung kaufen. Das sei völlig unmöglich, lautet die Antwort.
Wie es aussieht, werde ich lebenslänglich, einen Hausbesitzer vermissen müssen. Er gehört zu einer aussterbenden Art, die vor jeglichem Kontakt mit real existierenden Menschen in Schutz genommen werden muss.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Ich wohn’ im Haus der Möglichkeit –
kein schöneres als das –
mehr Fenster hat es – besser Türen,
als Prosa je besaß –
(Emily Dickinson, zitiert von H. M.)
Das Cornetto semplice ist ein Butterkipferl ohne Füllung. Es ist, auf Dauer, das einzige Kipferl, das ich wirklich jeden Tag einmal essen möchte. In der Wiener Stuckgasse gibt es ein Gebäude, das ich mit dem Cornetto semplice vergleichen möchte. Sogar farblich ähneln sie einander. Ein helles, nicht sonderlich auffälliges Gelbbraun, Teil einer Häuserzeile, die Gasse ist schmal, man kann gar nicht weit genug zurücktreten, um das Haus in seiner Gesamtheit richtig zu erfassen, doch was zu erfassen ist, hat es mir angetan; die Fenster ein bisschen hübscher als notwendig, die Fassade mit gewissen Vorsprüngen, einer erkerartigen Ausbuchtung, aber nur ab dem ersten Stock. Ein ehrliches Haus, das äußerlich nichts verspricht, was es innen nicht zusammen hält.
Naturgemäß wechsle ich vorzugsweise ab, Cornetto con marmellata oder crema. Dann wieder: Cornetto semplice.
Eine breit gefasste Definition von Architektur wäre eventuell: unverwechselbare zugrundeliegende Struktur.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Um den Straßen, Gässchen und Wegen der in absehbarer Zeit hier aus dem Boden wachsenden Stadt nicht unbeabsichtigt Namen zu verpassen, die zu in Wahrheit unrühmlichen Persönlichkeiten gehören, folge man dem Ruf thematisch geeigneter, trotz oder gerade wegen ihrer Harmlosigkeit allseits beliebter Evergreens. Manch einer wird vielleicht zum Nachdenken angeregt, ein anderer hat einfach nur Freude. Sobald man eine Straße entlang geschritten ist, biegt man in eine andere – der Weg darf nicht mit dem Ziel verwechselt werden.
Anregungen: My Way-Straße, You Never Walk Alone-Weg, Über sieben Brücken musst du gehen-Gasse, Bridge Over Troubled Water-Brücke, Why Don’t We Do It In The Road-Radweg, Burning Down The House-Haus.
(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →
Als ich in der Zeitung lese, dass die Fertigstellung eines viel diskutierten Bauprojekts am Rande der Stadt nicht, wie vorschnell verlautbart wurde, fünfzehn, sondern fünfundzwanzig Jahre in Anspruch nehmen werde, denke ich zum ersten Mal ernsthaft ans Sterben.
(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →
Ich denke, ich brauche hier einen Gesprächspartner. Jemanden, der von weit her kommt; mit unbestechlichen Augen, herzförmigem Gesicht. Jemand, der einen Schleier trägt. Nicht um sich zu verbergen, nein: als Sieb, das die Welt konzentriert.
Darf ich vorstellen, Herr Tyto alba. Er hat sich bereit erklärt, in dieser Runde ein kurzes Live-Interview zu geben. Tyto ist von Beruf und Wesensart Schleiereule, Hobbys: Städtebau, Philosophie.
Ich: Guten Abend.
Eule: Halten wir uns nicht lange mit Höflichkeiten auf. Obwohl ich die zu schätzen weiß.
I: Dann gleich die erste Frage, ein allgemeines Statement zur Welt?
E: Wir sind gerne da.
I: Würden Sie hier einziehen?
E: Einziehen?
I: In der Seestadt, am Ende einer noch zu bauenden unterirdischen Bahnlinie mit dem Namen einer irischen Rockband.
E: U2?
I: Sie kennen sich aus!
E: Das ist mein Fach. (breitet die Flügel aus, fächelt vorsichtig ein wenig Luft) Einer meiner Fächer.
I: Einst gab es dort einen Flugplatz.
E: Fliegen kann ich ganz gut, vor allem geräuschlos. Keine Haselmaus würde mich hören. Nicht einmal eine Ratte. Ich benötige nur ab und zu einen Baum.
I: Bäume werden beschafft. Sie würden also einziehen?
E: Ich glaube nein. Weiterlesen →
Selten treffe ich im Stiegenhaus jemanden, selten im Flur oder unten beim Eingang, nie stoße ich an der Tür mit jemandem zusammen; ich verstehe nicht, wie das möglich ist. Dieses Haus hat drei Stiegen oder mehr, nicht einmal ich, die ich auf Stiege eins wohne, weiß, wie viele Stiegen es tatsächlich gibt, wie viele Stockwerke diese Stiegen haben. Hunderte Leute müssten in diesem Haus wohnen, den Namen auf den Postkästen nach zu schließen. Ich begegne ihnen nicht. Ich begegne immer den gleichen Menschen, als wohnten im Haus nur vier oder fünf, über alle Stiegen verteilt.
Eine Frau zum Beispiel, die im Hof die drei Topfbäume betreut; nicht, dass sie dazu beauftragt wäre, wie sie entrüstet erzählt, beauftragt ist eine Gärtnerei, die aber die Bäume in den Töpfen verkommen lässt. Am Anfang, als sie geliefert wurden, waren sie schön. Da die Gärtnerei aber nie die alten Blätter aus dem Topf entfernt, nie die von Schädlingen angefressenen Zweige abzupft, leiden die Topfbäume. Nur diese Dame kümmert sich sorgfältig um sie. Soviel habe ich bemerkt.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Wie ein Denkmal für eine noch zu bauende Stadt aussehen könnte? Das Denkmal ist der menschliche Körper. Er sei die größte Attraktion dieses Wohn- und Lebensraums. Weiterlesen →
Ich stehe vor einer Fläche, unbebaut, mitten im dicht besiedelten Bezirk; ein ungefähres Rechteck, vierzig mal hundert Meter, aus rötlicher Erde wachsen die ersten Kräuter, Halme, manchmal gibt es eine graue Stelle; der Boden ist trocken, staubig, obwohl es gestern erst geregnet hat. Weiterlesen →
Ein kolorierter Kupferstich von Carl Schütz, zeigt Am Graben 1781. Die Häuser klar und schön im Stil der Zeit. Der Raum zwischen den Häusern von Menschen erfüllt. Darunter hie und da eine Kutsche. Doch sichtlich gehört der Platz den Menschen! Hunde streunen darüber. – Dies ist die gesunde Stadt. Eine heutige Entwicklung der Technik ist unmöglich mit den alten städtebaulichen Mitteln zu beherrschen. Le Corbusiers Ideen erscheinen mir als die einzigen, die das verlorene Gleichgewicht, wie es hier auf dem Bild von Schütz so deutlich ist, wiederherstellen könnten. Man wird selten ein Bild finden, auf dem das räumliche Element so ins Auge fällt. Das Gleichgewicht ist geradezu mit Händen zu greifen. Und die Ruhe des geistigen Lebens, die daraus resultiert. Die Geschlossenheit. Und klar wird auch, dass nur die Entwicklung der Technik der Zerstörer ist. Aber wozu haben wir denn unser Hirn, wenn wir nicht endlich dagegen ankämpfen würden … Noch vor hundert Jahren war Wien eine wunderschöne Stadt. Heute ist es ein kaum zu verdauender Anblick. Ein Chaos.
(Walter Buchebner, Tagebuch, 4. September 1957)
Aus: ich die eule von wien. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Daniela Strigl. Edition Atelier. 2011
Textbeitrag: Andrea Grill
Vermehrt werden mitten in Worte Punkte gesetzt. Man betont nie dagewesene Mitten, legt Gravitation an ungewöhnliche Stellen und, als gäbe es unter Wortmächtigen eine natürliche Intuition für unvorhergesehene Bremsmanöver, hält das für elegant. Kein Stottern. Wollen diese Punkte an Stelle von Fensterverstrebungen treten, an die Positionen, wo sich auf älteren Fassaden zum Beispiel Rosetten befinden oder: ganze eingemeißelte Bäume, so vor Schädlingen in jedem Fall gefeit? Sehen sie sich als Spielereien für Augen, denen es bekanntlich gut tut, hier und da von Unerwartetem überrascht zu werden, die deswegen ihre Besitzer dazu bringen, sie nach Venedig zu fahren, damit sie gebremst werden im Blick? Von einem Vorsprung, einem Perspektivenwechsel. Sind diese Punkte der auf eine Minimum reduzierte Perspektivenwechsel?
(Textbeitrag: Andrea Grill)
Am Anfang hat es mich fast wahnsinnig gemacht, immer wieder dieselbe Strasse entlang gehen zu müssen, jeden Tag drei oder viermal, hin und zurück, die Strasse zog sich endlos, ich betrachtete sie kaum mehr, dachte nur intensiv an sie und über sie nach, während ich an ihr entlang ging, hetzte, schlenderte, dass sie mich überaus langweilte, weil ich unzählige Male an ihr entlang gegangen bin, dass ich zwar ausrechnen könnte, aber keinesfalls möchte, wie oft ich noch an ihr entlang gehen werde, in diesem Jahr, im nächsten Jahr; bis ich entdecke, dass ich sie nicht mehr bemerke. Sie ist mir egal geworden. Nein, ich mag sie sogar. Ich schätze diese Strasse, die mich dorthin führt, wo meine Wohnung ist.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
In meinem Nachtkästchen fand ich einen Brief von René Magritte. Das ist nichts Ungewöhnliches, fungiert mein Nachtkästchen doch, wie ich herausgefunden habe, als eine Art toter Briefkasten und stellt auf diese Weise eine Verbindung mit dem Jenseits her. Personen, die sich dort aufhalten, dient er gelegentlich zur Kommunikation mit dem Diesseits. Ich bin sicher, es gibt eine ganze Reihe solcher Schnittstellen und fühle mich deswegen keinesfalls privilegiert oder gar auserwählt wie manch anderer, befände er sich in einer vergleichbaren Situation.
Wie aus dem Brief hervorgeht, verbrachte René Magritte den größten Teil seiner Kindheit in einer riesigen Siedlung mit hunderten von Wohnungen, mehrstöckigen Wohnblöcken, einem Einkaufszentrum und einem Pensionistenklub (Haus der Silberrücken). Für die Kinder der Siedlung hatten die Architekten in ihren weißen Mänteln lediglich ein paar schmale Rasenstreifen zwischen den Belüftungsschächten des Kellers, den Parkflächen und Müllplätzen mit den verschieden farbigen Tonnen vorgesehen. So kam es, dass René eine dieser Rasenflächen zu seinem ersten Atelier erklärte.
Ich schreibe meine Berichte in Anlehnung an seine, unweigerlich, weil er zuerst etwas geschrieben hat. Selbst wenn ich darauf bestehe, etwas ganz anderes zu machen, ist es doch stets wieder eine Antwort auf das, was er bereits gemacht hat. Und ich muss sagen, ich genieße das. Ich genieße es, zu antworten. Ich genieße den Dialog. So kommt es mir zumindest vor. Ich stelle mir vor, wir gestalten eine Stadt, gemeinsam, zwei Architekten mit unbegrenzten Möglichkeiten, denn wir brauchen ja niemals wirklich einen Grundstein zu legen; wir legen in diese Stadt, was uns gefällt.
(Textbeitrag: Andrea Grill)
“I wrote this book for myself, an even that I can’t be sure of. For a lont time these were just loose pages I reread and maybe tinkered with, convinced I had no time. But time for what? I couldn’t say exactly. I wrote this book for the ghosts, who, because they’re outside of time, are the only ones with time. After the last rereading (just now), I realize that time isn’t the only thing that matters, time isn’t the only source of terror. Pleasure can be terrifying too, and so can courage.”
Aus: Roberto Bolano: Antwerp. New York: New Directions 2010, p. ix
(Textbeitrag: Thomas Ballhausen)
I was remembering something I had seen about a year earlier: the sprawling scale model of the city (…) The model had been built fort he World’s Fair in 1964, at great cost, and afterward had been peridocially updated to keep up with the changing topography and built environment of the city. It showed in impressive detail, with almost a million tiny buildings, and with bridges, parks, rivers, and architectural landmarks, the true form of the city. The attention to detail was so meticulous that one could not help but think of Borges’s cartographers, who, obsessed with accuracy, had made a map so large and so finely detailed that it matched the empire’s scale on a ratio of one to one, a map in which each thing coincided with its spot on the map. The map proved so unwieldy that it was eventually folded up and left to rot in the desert.
(From Teju Cole’s novel „Open City“, Faber and Faber, London 2011)