Am Küchentisch dürfte ich nochmals eingenickt sein. Auf alle Fälle schreckt mich ein Geräusch auf, das wie das Zusammenklappen der Absätze strammer Soldatenstiefel klingt. Ein metallener Klacks. Es handelt sich um den Toaster, aus dem zwei Toastscheiben in die Höhe schießen – als öffne sich die Startbox eines hoch dotierten und mit Amphetaminen voll gestopften Rennpferds. Es kann losgehen! In ihrer Parallelität erinnern mich die beiden Toastscheiben daran, dass der Mensch zwei Seiten hat. Wie in einem Wörterbuch ist er in eine linke und eine rechte Spalte aufgeteilt. Links und rechts geht es um die gleichen Begriffe, aber das erkennt nur, wer mit dem dahinter verborgenen System vertraut ist.
(Textbeitrag: Hanno Millesi) Weiterlesen →

Giorgio de Chirico, Der beängstigende Vormittag, 1912 Öl auf Leinwand 81x65cm (VAF-Stiftung, Rovereto)
Fordert ein Badezimmer auf der Sonnenseite, es sollte einer der größten Räume der Wohnung sein, so groß wie früher der Salon zum Beispiel: wenn möglich mit einer Wand, die nur aus Fenstern besteht und auf eine Terrasse zum Sonnenbaden hinausgeht: Waschbecken aus Porzellan, Bad, Duschen, Turnapparate. Nebenraum: Raum zum An- und Ausziehen. Zieht euch nicht in eurem Schlafzimmer um. Das ist nicht ganz appetitlich und bringt unangenehme Unordnung mit sich.
“Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.” (Eleanor Roosvelt)
„Statt uns einzureden, dass es so etwas gebe, wie eine ideale Bevölkerungsstruktur, die wir wiederherstellen müssten, täten wir besser daran, die Arbeitswelt, das Bildungssystem und die Altersvorsorge dem unabänderlichen Alterungsprozess anzupassen.“ (Miegel, FAZ, zitiert von Alexia Fürnkranz-Prskawetz, Professorin der Mathematischen Ökonomie, Wien)
“Fast Company has consolidated over the years as the trendy business magazine”, sagt der Ökonom Esteve Almirall im Interview mit ex.alp. Weiterlesen →
„Wir brauchen keine Altenheime am Waldrand denn mit dem Rollator kann man nicht über Wurzeln gehen. Viel eher sollten sie mitten in der Stadt liegen“, meint Helmut Brand, Professor of European Public Health in Maastricht. Damit spricht auch er von einer Integration von Jung und Alt, einem Nebeneinander von Schulen und Altenheimen und einer funktionierenden Nahversorgung als Maßnahmen gegen die Verödung der Städte.
Auf die Frage von ex.alp was er tun würde, hätte er die Aufgabe, einen neuen Stadtteil zu entwickeln, meint Wolfgang Müller-Pietralla, Leiter der Abteilung für Zukunftsforschung und Trendtransfer der Volkswagen Aktiengesellschaft, dass er sich zuerst einmal für drei Monate in Wien „einschließen“ würde, um Wien zu studieren, zu erfahren, was auf Wiens Straßen los ist, welche Transiträume es gibt, was die Menschen glücklich macht und woraus die Wiener ihre Kraft schöpfen in Wien zu leben. Auf jeden Fall würde er auf Gelegenheiten für menschliche Kontakte und tatsächlichen Erfahrungsaustausch zwischen Jungen und Alten setzen. „Die Stadt der Zukunft muss anpassungsfähige Hausarchitekturen bieten, die mit den Menschen mitwachsen können. Kurze Mobilitätswege in unmittelbaren Wohnumfeld mit vielfältigen Dienstleistungen müssen gegeben sein“.
Es seien die Beziehungen, die Armut verhindern bzw. reduzieren ist sich Michaela Moser sicher. Im Interview mit ex.alp hält die Vizepräsidentin der Armutskonferenz ein Plädoyer für die Reduktion von Armut durch nachbarschaftliches Zusammenleben. „Wenn Menschen Beziehungen aufbauen, dann versuchen sie auch sich gegenseitig zu unterstützen“, so Moser. Das Erkennen von Einkommensdisparitäten in unmittelbarer Nachbarschaft sei Motivation genug, Menschen mit geringerem Einkommen unter die Arme zu greifen.
… sagt Karl Wurm im Interview mit ex.alp und ergänzt „die Entstehung einer Stadt ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Leider ist dafür meist weder Zeit noch Geld vorhanden“. Der Obmann des Österreichischen Verbands für gemeinnützige Bauvereinigungen tritt in seinem Vortrag im Arbeitskreis „Nachhaltige Wohnungspolitik – ein europäisches Thema“ sehr stark für die Agenden der sozialen Nachhaltigkeit ein. Wurm ist davon überzeugt, dass der Trend im Wohnbau von Vorzeigearchitektur weg hin zur Bedeutung der soft facts führt. Aspekte wie die soziale Struktur, die Art des Zusammenlebens würden zusehends relevanter.